LTE – Long Term Evolution
Long Term Evolution (LTE) ist der vorläufige Name eines neuen, in Entwicklung befindlichen Mobilfunkstandards, mit dem insbesondere wesentlich bessere mobile Internet-Verbindungen als mit dem Standard UMTS und seinen Erweiterungen HSDPA und HSUPA möglich sein sollen. Erstmals öffentlich vorgestellt und demonstriert wurde LTE Ende 2006 durch das Gemeinschafts-Unternehmen Nokia Siemens Networks. Bekannt ist es auch unter dem Namen 4G (vierte Generation), während frühe Mobilfunknetze als 0G und 1G, GSM-basierte Netze inklusive Erweiterungen wie GPRS als 2G, UMTS als 3G und seine Erweiterungen als 3,5G bezeichnet werden.
Durch eine noch effizientere Nutzung der zur Verfügung stehenden Frequenzbereiche für die Funkübertragung und der Möglichkeit einer flexiblen Anpassung an die aktuellen Gegebenheiten wird es möglich sein, in Mobilfunknetzen selbst die Leistung von verschiedenen DSL-Varianten und anderen Festnetz-Technologien zu übertreffen. Es wird von zumindest theoretisch möglichen Maximal-Bandbreiten von 300 Megabit pro Sekunde im Download und 75 im Upload ausgegangen, bei einer Latenzzeit von lediglich 5 Millisekunden. Ende 2009 wurden in Stockholm und Oslo die ersten regulären LTE-Netze in Betrieb genommen, welche bis zu 100 MBit/s im Down- und 50 im Upload erreichen.
Durch diese im Vergleich zu früheren Technologien sehr große Leistungsfähigkeit sind nicht nur Dienste wie HDTV-Fernsehübertragungen einfach möglich, egal ob unterwegs oder stationär, sondern etwa auch Navigationsdienste, wie etwa die Übertragung von Daten von Google Earth je nach Standort ohne nennenswerte Wartezeit. Einen entsprechenden Ausbau der Netze vorausgesetzt, könnte LTE auch einen generellen Ersatz für Festnetz-Anschlüsse darstellen, für die aufwändige Kabelverlegungen notwendig sind.