Handy-Überwachung: Ortungsverfahren der Behörden

Donnerstag, 5. Januar 2012

Das Thema Ortung des Handys seitens von Behörden hat jetzt durch eine Anfrage im Bundestag eine neue Dimension erfahren. Dadurch kam heraus, dass Polizei, Zoll und andere Bundesbehörden eine so genannte stille SMS an die gewünschte Mobilfunknummer senden, um den Besitzer dieser Nummer zu orten. Diese Ortungen der Behörden bewegen sich jährlich im sechsstelligen Bereich.

Dazu kommen auf Landesebene noch weitere Ortungen aus den gleichen Gründen. Der Kartenbesitzer bekommt von diesen stillen SMS überhaupt nichts mit. Mit dieser Technik werden die Telekommunikationsanbieter gezwungen, die Daten herauszugeben, um zu sehen, aus welcher Funkzelle das Handy gerade sendet. So kann der Nutzer teilweise bis auf 100 m problemlos ausfindig gemacht werden. Allerdings funktioniert diese stille Ortung nur beim eingeschalteten Handy, aber auch im so genannten stand by Modus. Bei komplett ausgeschalteten Handy dagegen gar nicht.

Viele Nutzer sind nun entsetzt, wie mit dem Thema Datenschutz in Deutschland umgegangen wird, vor allem deshalb, weil es ohne ihr Wissen und Einverständnis geschieht. Während viele beim Thema Kriminalität, also im Bereich der Fahndung von Personen durch die Polizei noch Verständnis aufbringen können, entfällt dieses Verständnis jedoch bei anderen Lebensbereichen. Viele Menschen haben nun das Gefühl überwacht zu sein und dass der Datenschutz außer Kraft gesetzt wird.

Um dem entgegenzutreten fordern nicht nur Abgeordnete verschiedener Fraktionen, sondern auch Datenschutzbeauftragte, dass diese Art von Spionagetechniken nicht mehr so breit angelegt verwendet werden dürfen. Der Erfolg dieser Forderung erscheint jedoch fraglich, da sich diese Technik bereits seit Jahren seitens der Behörden etabliert hat und sehr erfolgreich ist.